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Spiel mir das Lied vom Leben

Auf Einladung der evangelischen Kirchengemeinde Bad Münstereifel und anlässlich von Jeryzs 89. Geburtstag stellten Angela Krumpen, Journalistin des Domradios Köln und Autorin, und Judith Stapf, Violinistin aus Rheinbach, das Buch "Spiel mir das Lied vom Leben" in einem beeindruckenden Zusammenspiel von Textpassagen, Bildern und Filmausschnitten vor. Umrahmt wurde das Ganze mit wundervoller Musik von Judith, ihrem Vater und einer Freundin, die in der Besetzung Violine, Orgel und Fagott aufspielten.

 

Gleich zu Beginn berührte Judith mit der Titelmelodie aus dem Film "Schindlers Liste"; das Lied, welches vor über zehn Jahren der Auslöser für Judiths Wunsch war, verstehen zu wollen, was damals beim Holocaust passiert ist.

 

Es fällt mir schwer in Worte zu fassen, wie dieser Abend auf mich gewirkt hat. Erschütternd, schockierend, aufrüttelnd. Und sicher noch vieles andere. Was mir aber am Wichtigsten geworden ist: so etwas wie damals darf nie nie wieder geschehen und wir müssen heute alles dafür tun, dass sich das Schlimme nicht wiederholt. Niemals wieder dürfen sich Menschen so über andere erheben und niemals mehr dürfen wir auf andere, egal welcher Herkunft, herabschauen und sie demütigen, sie drangsalieren oder Schlimmeres. Niemals darf der Hass und die Angst unsere Herzen regieren, niemals darf Wut eine Antwort auf Probleme sein. Ich schreibe das, weil ich wirklich schockiert bin, was sich in unserer Gesellschaft in den letzten Jahren verändert hat, wie viel Aggressivität und wie viel Egoismus unsere Beziehungen zu anderen bestimmt. Und wieviel Angst wieder geschürt wird und wie wenig wir andere Meinungen als unsere eigene noch aushalten können. Das möchte ich nicht so stehen lassen. Noch haben wir Zeit, dem etwas entgegenzusetzen.

 

Christoph Ahrweiler

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