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Petra Schier empfiehlt 2

Emma (Jane Austen)

 

Wer gerne über die Liebe liest, ist sicherlich schon einmal bei Jane Austen gelandet, und falls nicht, sollte dies unbedingt nachgeholt werden. Ihre Romane sind allesamt unbedingt lesenswert, und zwar sowohl im englischen Original wie auch in der deutschen Übersetzung.

Die meisten Leserinnen und Leser, die man nach Jane Austen fragt, schwärmen sofort von Elizabeth Bennet und ihrem Mr. Darcy aus „Stolz und Vorurteil“. Auch ich mag dieses Buch sehr gerne. Wenn man mich aber nach meinem Lieblingsroman von Jane Austen fragt, werde ich immer ohne zu zögern „Emma“ antworten.

Die Protagonistin Emma Woodhouse hat Jane Austen selbst einmal mit den Worten beschrieben: "a heroine whom no-one but myself will much like" (eine Heldin, die niemand außer mir besonders mögen wird). Vielleicht dachte sie, das die Menschen Emmas Unabhängigkeit und ihre oftmals auf den ersten Blick etwas frivolen, gedankenlosen und durchaus auch eigennützigen Handlungsweisen nicht gutheißen würden. Doch gerade weil Emma so wunderbar unvollkommen ist, besitzt sie eine Menge Potenzial, sich zu entwickeln, und schöpft es auch aus. Darüber hinaus liebe ich die sich so unterschwellig und von Emma zunächst nicht bemerkte Liebesgeschichte mit dem langjährigen Freund der Familie George Knightley und die Art und Weise, wie Emma schließlich ihre Gefühle für diesen Mann erkennt.

Der Hauptgrund aber, aus dem ich diesen Roman (und gerne auch die sehr schöne Hörbuchversion, gelesen von Eva Mattes) empfehlen möchte, ist neben der Charakterentwicklung der Hauptfigur Jane Austens lebendige und sehr moderne Erzählweise. An vielen Stellen spürt man, dass die Autorin im Herzen ihrer Zeit weit voraus war, nicht nur im Hinblick auf die feine Ironie und Gesellschaftskritik, die sie anbringt, sondern auch in winzigen Details, die sich in den Dialogen oder den Handlungsweisen der Figuren wiederfinden und die dieses Buch für mich einfach zu einer zeitlosen Wohlfühllektüre machen.

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